Karl Slevogt - Laurin & Klement 1906 L u KLuK-Logo


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Letzte Bearbeitung am 12.03.2019

Laurin & Klement versuchte sich schon ab 1902 im Automobilbau, aber erst 1905 konnte Laurin eine luftgekühlte Voiturette mit V-Zweizylinder-Motor aus dem Motorrad herausbringen. Allerdings war man damit in einer Sackgasse - Laurin rüstete das Fahrzeug auf Wasserkühlung um, aber mehr war mit den V-Motoren nicht zu machen (Anmerkung: Alle L&K-Vouturetten ohne Kühlerverschluß und dem "Backblech" auf der Haube sind von Laurin entwickelt, bevor Slevogt kam).
Karl Slevogt wurde eingeladen, am 20.Mai 1906 auf einer Laurin & Klement Voiturette an der Fahrt Wien-Graz-Wien teilzunehmen. Slevogt erreichte den 5. Platz in der Voiturette-Klasse auf dieser Fahrt und wurde sofort als Chefkonstrukteur bei Laurin & Klement eingestellt mit der Vorgabe, eine völlig neue Generation von 2- und 4-Zylinder Reihenmotoren für Automobile zu entwickeln.
Zudem wurde der V2-Motor von Slevogt auf bessere Wasserkühlung und moderne Zündung umgestellt, das ergab die überaus erfolgreiche "Voiturette A" mit 1100 cm³ und 5,1 kW (7 PS), noch mit Tropöler.
Dieser Fahrzeug-Typ wurde beim Semmering-Rennen am 23.September 1906 eingesetzt, Karl Slevogt errang damit einen überlegenen Sieg. Auch bei einigen anderen Sportveranstaltungen in Deutschland und Österreich siegten die Sportfahrer auf der Voiturette A.
Karl Slevogt entwickelt eine neue Motorengeneration für Laurin & Klement, bestehend aus einem Zweizylinder-Reihenmotor, Blockmotor mit Sackzylinder, bei 80 mm Bohrung und 110 mm Hub fast quadratisch ausgelegt, Thermosyphon-Kühlung, Druckumlauf-Schmierung, Querstrom-Zylinderkopf (T-Kopf) mit stehenden Ventilen als Typ "B" mit 9 HP, später als "BS" mit 10 HP. Der Vierzylinder-Motor Typ "C" besteht aus zwei Zweizylinder-Blöcken mit den gleichen technischen Spezifikationen mit 12 bzw. 15 HP. Diese Motoren sind den Cudell-Motoren noch sehr ähnlich.
So ganz nebenbei erfindet Karl Slevogt den ersten brauchbaren Motoren-Prüfstand.
Die Bedienung von Frühzündung und Drossel erfolgt an der Lenksäule, sowohl Getriebe als auch die Achsen sind kugelgelagert.
Da die Motoren Typ "B" und "C" wegen der für den T-Kopf erforderlichen zwei Nockenwellen zu teuer in der Fertigung sind, präsentiert Karl Slevogt schon im Winter 1906/1907 neue Motoren.
Dabei handelt es sich um 4-Zylinder-Blockmotoren mit Sackzylinder und L-Kopf, Typ "F" mit 2440 ccm und Typ "K" mit 4253 ccm 24/28 HP , eine Nockenwelle, gekapselte Ventile, Magnetzündung, Schmierung mit Friedemann-Öler.
Aus diesem Grunde gab es im Winter 1906/1907 jede Menge neuer Laurin & Klement-Modelle, mit diesen Fahrzeug-Typen wurde die Firma zum größten Fahrzeug-Hersteller im Königreich Österreich-Ungarn. Eine Menge der politischen Prominenz besucht und besichtigt die Fabrik, darunter auch der Erzherzog.
Der Typ "F" wird ein Erfolgsmodell für Laurin & Klement, sowohl im Verkauf als auch im Motorsport, diese Konstruktion ist die Basis der Laurin & Klement-Produktion für die folgenden Jahre
Noch viele Jahre nachdem Slevogt Laurin & Klement verlassen hatte, wurde dieser Motor weitergebaut und weiterentwickelt. Unzählige Erfolge gehen auf das Konto dieses Motors, gefahren von Slevogt, Hieronimus, Graf Kolowrat und anderen prominenten Fahrern bis 1910. Der Typ "FC" in Rennversion mit über 50 PS ging deutlich über 110 km/h und wurde auch bei der Prinz-Heinrich-Fahrt 1909 eingesetzt!

Folgende Unterlagen aus 1906 wurden in mehrere Abschnitte eingeteilt:


Laurin und Klement
Laurin & Klement 1905 (Links: Václav Klement, Rechts Václav Laurin
LoK werk
das Laurin & Klement Werk 1906 nach einem Foto aus dem Archiv der Fam. Slevogt


Der Motor-Prüfstand
Motor-Prüfstand
So ganz nebenbei entwickelt Karl Slevogt bei Laurin & Klement den ersten brauchbaren Motor-Prüfstand. Damit ist erstmals eine vergleich- und reproduzierbare Leistungsmessung bei Verbrennungsmotoren möglich.
Allein dafür müßte Karl Slevogt in den Olymp der Konstrukteure erhoben werden.
Die Messung von Leistung, Drehmomment, Verbrauch über die Drehzahl ist nun erstmals möglich.


Die Fernfahrt Wien-Graz-Wien im Mai 1906
Karl Slevogt war eingeladen, hier eine der wassergekühlten Zweizylinder-Voituretten von Laurin & Klement zu fahren und erreichte auf Anhieb einen 5.Platz in seiner Klasse.
Rechts Karl Slevogt auf "Voiturette A" bei seinem ersten echten Rennen.

Dieser Erfolg und seine Konstrukteur-Erfahrung verschafft ihm die sofortige Anstellung als Chefkonstrukteur bei Laurin & Klement.

Slevogt
Nennung
Equipe
oben die Nennliste der Veranstaltung vom 6.Mai 1906 aus der "Allgemeinen Automobil Zeitung" und darunter ein Foto der Mannschaft von Laurin & Klement, Links Vaclav Klement, daneben Karl Slevogt, Kollarz und Wondrich.
 
Fahrt wien-graz-wien  1906
Fahrt wien-graz-wien  1906
oben einige Ausschnitte aus dem ellenlangen Bericht über die Fernfahrt Wien-Graz-Wien am 20.Mai 1906 aus der "Allgemeinen Automobil Zeitung".
 
graz 1906
Oben der Bericht aus der "Grazer Zeitung" vom 14.Mai 1906 über den Restart der Fernfahrt Wien-Graz-Wien in Graz.
 
Fahrrad-Auto
Oben der Bericht aus der "Österreichischen Fahrrad- und Automobil-Zeitung" vom 25.Mai 1906 mit dem Bericht über die Fernfahrt Wien-Graz-Wien.
 
sport-Salon
Oben der Bericht aus "Sport & Salon" vom 19.Mai 1906 mit dem Bericht über die Fernfahrt Wien-Graz-Wien.
 


Der V2-Motor von Laurin & Klement 1906 - 1908

Während Karl Slevogt bereits an einer völlig neuen Generation wassergekühlter Reihen-Motoren mit 2 und 4 Zylindern arbeitet, verbessert er als "schnelle Lösung" den V-Zweizylinder-Motor von Laurin mit gesteuerten Einlassventilen, besserer Thermosyphon-Wasserkühlung, besserer Zündung, höherer Verdichtung und mehr Leistung.
Mit diesem Antrieb erzielte Laurin & Klement Siege 1906 am Semmerring und bei weiteren Rennveranstaltungen.

Der Motor blieb nachweislich bis Ende 1908 im Fertigungsprogramm von Laurin & Klement.
Dies war die zuverlässige, preisgünstige und erfolgreiche Voiturette "A" von Laurin & Klement, der Beginn des Aufstieges zur Weltmarke und Hoflieferanten.

Voiturette A Voiturette A
Oben der V2-Motor von Laurin, wie er auch auf der Fahrt "Wien-Graz-Wien" eingesetzt wurde. Man beachte die "Schnüffel-Einlassventile, die primitive Magnet-Zündung und den nachgebastelten Ventilator.

voiturette a Voiturette A Voiturette A
matchbox matchbox postcard
Die Voiturette "A" von Laurin & Klement geniesst in Tschechien und bei Skoda geradezu mystische Verehrung.
Obere Reihe von links nach rechts: Stempel der tschechischen Post, Ausschnitt Postkarte mit russischem Text, Werbe-Aufkleber aus der Tschechoslovakei.
Untere Reihe von links nach rechts: Streichholz-Schachtel 1906, Streichholz-Schachtel Skoda, beide mit der Voiturette "A", Ausschnitt Postkarte mit Veteranen von Laurin & Klement.
Voiturette A
die Voiturette A von Laurin & Klement auf einem Bild aus dem Monatsmagazin "Hobby".

l u. k V2
Das Bild oben aus dem Archiv von Prof. Dr. Bruno Spessert zeigt, daß der "Schnellschuß" von Karl Slevogt 1906 mit dem von ihm verbesserten wassergekühlten V2-Motor in der Voiturette noch mindestens bis 1908 gefertigt wurde.

l+k
Auch im "Motorfahrer" vom 9.August 1906 wirbt der Hoflieferant Beissbarth in München für die Voiturette A

Voiturette A Vierzylinder-Motorrad
Plakat-Nachdrucke aus dem Skoda-Museum in Mlada Boleslav

Werbung
Natürlich war für die Expansion ein erweiterter, größerer Händlerkreis erforderlich, wie es die Werbeanzeige aus "österreichischer Fahrrad- und Automobil-Zeitung" vom 25.Juli 1906 deutlich vor Augen führt.
Man beachte, daß bereits zu diesem Zeitpunkt auf die kommenden Baureihen mit Selvogt'schen Reihenmotoren hingewiesen wird !!



Das Semmering-Rennen 1906

Semmering-Rennen 1906
Mit der verbesserten wassergekühlten Laurin & Klement Voiturette gewinnt Slevogt überlegen das Bergrennen am Semmering 1906, Ausschnitte aus dem 20-seitigen Bericht der "Allgemeinen Automobil Zeitung", den ich niemandem zumuten möchte.
autom.revue
Bericht über das Bergrennen am Semmering 1906 in der Schweizer "Automobil Revue" am 15.Sept.1906
automobilwelt
Das Foto des strahlenden Siegers auf der Passhöhe des Semmering aus der "Automobil-Welt" Nr.91 von 1906
spoer-salon
sport-salon
Der Bericht über das Bergrennen am Semmering 1906 aus der "Sport & Salon" vom 29.Sept.1906, wobei ich die erste Seite mit der unendlich langen Aufzählung all der anwesenden Prominenz weggelassen habe.
Unten Ausschnitte aus einem Bericht über das Rennen aus der "österreichische Fahrrad- und Automobil-Zeitung" vom 10.Okt.1906
semmering
Werbung semmerring
Semmerring
Mit den Erfolgen auf der Rennstrecke wird natürlich in allen Fachzeitschriften und wiederholt geworben.
Unten der Bericht über die Rennerfolge aus der "österreichische Fahrrad- und Automobil-Zeitung" vom 10.Okt.1906
Fahrrad-Auto-Zeitung
Semmering


Der Laurin & Klement 10/12 HP 1906

ButtonNeben dem kleinen V-Zweizylinder-Motor mit 6/7 HP und Thermosyphon-Kühlung schafft Karl Slevogt auch eine größere Version des V2-Motors mit 10/12 HP und mit gleichem Motoren-Konzept.

Dieses Fahrzeug ermöglicht 4-Sitzige Karossen (Tonneau mit Einstieg von hinten oder eine Seitentür). Damit ist aber das Ende der Entwicklungsmöglichkeit des V2-Motors erreicht, wenn nicht überschritten.
Die Bedienung von Frühzündung und Drossel an der Lenksäule, Getriebe und Achsen kugelgelagert.

12/24
12/24
12/24
12/24 LKW
Oben ein Bericht aus der "Allgemeine Automobil Zeitung" über dieses Fahrzeug, von welchem auch Ausführungen als Nutzfahrzeug mit einer Zuladung bis 700 kg und der Einsatz für militärische Zwecke vorgesehen ist.
Unten ein sehr ähnlicher Bericht der "österreichische Fahrrad- und Automobil-Zeitung" vom 10.September 1906
12/24
12/24


Besuche im Werk von Laurin & Klement Jungbunzlau 1906

Der Kaiser von Österreich-Ungarn, ein Erzherzog und auch der Handelsminister Dr. Forscht besuchen das Laurin & Klement-Werk in Jungbunzlau (Mlada Boleslav) auf der Rüchreise von einer Ausstellung in Reichenbach. Die Artikel und Reden aus der "Allgemeine Automobil Zeitung" vom 1.Juli 1906 im Stile der Zeit will ich nicht vorenthalten.
Auf dem Bild ganz links in der hellen Voiturette kann man Karl Slevogt am Steuer erkennen.
dr. Forscht
dr. Forscht
dr. Forscht
Unten ein handgeschriebenes Anerkennungsschreiben des Erzherzogs aus der "Allgemeine Automobil Zeitung" vom 8.7.1906

Erzherzog


Ausstellungen und Fahrten mit Laurin & Klement 1906

Im Jahr 1906 stellt Laurin & Klement auf den Messen in Leipzig und Berlin aus, wobei in Berlin explizit die neue Voiturette-B ausgestellt wird mit dem Slevogt'schen Motor. Auf der Fahrt Prag-Tabor-Prag führt Vaclav Klement den 10/12 HP vor, Slevogt fährt die neue Voiturette "B". Auf der Herbstfahrt des Deutschen Motorfahrer Verbandes (DMV) siegt die L&K-Voiturette überlegen. Da sich die damaligen "Berichte" mehr mit Menschen und Orten denn mit der Technik befassen, kann man nur anhand der Leistungsangeben vermuten, daß hier der Zweizylinder-Reihenmotor von Slevogt im Einsatz getestet wurde.

Leipzig
Leipzig
Leipzig
Berichte und Werbung zur Messe in Leipzig: Oben Ausschnitte aus der "Allgemeine Automobil Zeitung" vom 14.10.1906, Werbung aus der "Österreichische Fahrrad- und Automobil-Zeitung" vom 10.10.1906 und der Ausstellungsbericht vom 25.10.1906.


prag-Tabor-Prag
Der Cesky Club Motocylistu veranstaltet die Fahrt Prag-Tabor-Pisek-Prag, 1906 nur für Motorräder. Laurin & Klement nimmt außer Konkurrenz an der Veranstaltung teil, Vaclav Klement auf 10/12 HP, Slevogt, Tuta, Rezler auf 8/9 HP.
Oben Ausschnitte aus dem Bericht der "Allgemeine Automobil Zeitung" vom 14.10.1906.

dmv
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DMV
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Der Deutsche Motorfahrer Verband (DMV) veranstaltete eine Herbst-Prüfungsfahrt.
diese Fahrt nutzte Laurin & Klement, um den neuen Motor von Karl Slevogt ausgiebigst unter härtesten Bedingungen zu erproben. Der neue Motor bewährte sich vorzüglich. Oben der Bericht aus der "Allgemeine Automobil Zeitung" vom 30.9. und 07.10.1906.

Berlin
Berlin
Auf der Motorwagen-Ausstellung in Berlin ...
berlin


Die Laurin & Klement Typen B,C mit Reihenmotor 1906

Karl Slevogt entwickelt eine neue Motorengeneration für Laurin & Klement, bestehend aus einem Zweizylinder-Reihenmotor mit 80 mm Bohrung und 110 mm Hub fast quadratisch ausgelegt, Thermosyphon-Kühlung, Druckumlauf-Schmierung, Querstrom-Zylinderkopf mit stehenden Ventilen als Typ B mit 9 PS, später als BS mit 10 PS.
Der Vierzylinder-Motor besteht aus zwei Zweizylinder-Blöcken mit den gleichen technischen Spezifikationen, 15 PS, 2440 ccm, als Typ "K" mit 24/28 PS wird die Motoren-Palette nach oben abgerundet.
Es werden die gleichen Fahrgestelle verwendet wie bisher, so ist die Voiturette "A" (V2, 7/8 HP) kaum von der Voiturette "B" (R2, 8/9 HP) zu unterscheiden, wenn man nicht die Motorhaube öffnet. Gleiches gilt auch für den größeren Typ "C" (15HP), nur für den Typ "K" wird ein längeres Fahrgestell entwickelt.
Zweizylinder-Motor
Voiturette
Man kann getrost davon ausgehen, daß der R2-Motor 8/9 HP im Oktober 1906 fertig war und in diversen Veranstaltungen gefahren wurde. Auf einer Ausstellung war er erstmals im November in Berlin zu sehen. Die "offizielle" Vorstellung der neuen Fahrzeug-Baureihen erfolgt im Januar 1907, bitte dort weiterlesen.
Der Motor basiert in den Grundelementen (Tunnelgehäuse, Sackzylinder) auf Slevogts Erfahrung, der T-Zylinderkopf allerdings ist eine Umsetzung der Ideen von Willi Seck, den Slevogt bei Scheibler 1901 kennengelernt hat. Wegen der erforderlichen 2 Nockenwellen ist der Motor in der Herstellung zu teuer (siehe auch "Jenaer Handbuch zur Technik- und Industriegeschichte 2018" von Prof. Dr. Bruno Spessert).
postkarte


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