Karl Slevogt
Apollo 1923
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Letzte Bearbeitung am 17.11.2017

1923 ist der Anfang vom Ende der Apollo-Werke. 20% Rendite-Ausschüttung gür die Aktionäre, aber keine Finanzmittel für neue Entwicklungen, keine Mittel für Rationalisierung in der Fertigung, keinerlei Werbung, keine Messe-Ausstellungen.
In kürzester Zeit gelingt es dem völlig Betriebsfernen Aufsichtsrat unter dem Vorsitz des Besitzers der Elite-Werke, der vorher schon die Firma "Presto" ausgeschlachtet hat, auch die Firma Apollo in den Abgrund zu fühen.
Während die fehlende Rationalisierung höhere Produktionskosten und damit höhere Verkaufspreise bedingt, sinkt der Absatz mangels Werbung und Medienpräsenz zusätzlich.
Daher scheint Karl Slevogt mehr Zeit für Automobilrennen zu haben und auch die Zeit, sich nach einem neuen Arbeitsplatz umzusehen, denn das, was er in Jahren aufgebaut hat, wird von den "Heuschrecken"-Besitzern in körzester Zeit ruiniert.
Daß Karl Slevogt, dem alle durchaus siegfähigen größeren Apollo-Baureihen zur Verfügung standen, nur mit dem "kleinen" Apollo zu Rennen antrat, zeigt seine Liebe und Begeisterung für den Kleinwagen.
Im Winter 1923/24 ließ er seinem Renn-Apollo eine Jaray-Stromlinien-Karosserie anpassen und trainierte damit rund um Apolda. Dazu schreibt Günter Doms: "Im Apoldaer Volksmund wurde das ungewöhnlich aussehende Fahrzeug (Stromlinien-Rennwagen 1924 nach Paul Jaray) als "Walfisch" bezeichnet. Von diesem Modell wurden zwei Fahrzeuge gebaut, die sehr früh morgens bzw. spät abends auf dem Landstraßendreieck Apolda-Isserstedt-Umpferstedt-Apolda erprobt wurden. Dieser blaue Apollo war geradezu berüchtigt, weil er nach Aussagen der Konkurrenz "unheimlich abhaute". "

Die Rennen von Katl Slevogt 1923:
Karl Slevogt erwähnt in seinen Tagebüchern ein Rennen in Burum, ein Rennen auf der Chemnitzer Radrennbahn und die Teilnahme an der ADAC-Reichsfahrt 1923, für diese Fahrten liegen mir weder Presse-Berichte noch Fotos vor.
Apollo  4-20
Apollo 4/20 PS Sportwagen Ende 1923, 1000 ccm, 20 PS, im Renntrimm bis 35 PS.

Filialen





==== Ködelbergrennen bei Kronach am 24.Mai 1923 ====

Ködelberg
Bericht über das Ködelbergrennen bei Kronach aus "der Motorfahrer" vom 28.Juni 1923

Kodelberg
Ködelberg
Aus dem Renntagebuch von Karl Slevogt:

Apollo 4/16, 4-Sitzer, 11/62, 110*90, II. 1,77, G = 931 kg
Jenaer Str.: III. 2:16 66 km/h 2780/min
bis 90 km/h laut Tacho 3800/min, bis 70 laut Tacho im II. 5200/min , Wertungsfaktor W = 8.92

Mängel:
  1. Verölen der Kerzen
  2. Bruch Elekton-Federteller
  3. Halbe Ventilfederbruch
  4. Oelrohrleitung lose
5:40 für 6 km Ködelberg, siehe Tachometerstreifen
Resultate aller Klassen:
1. Heusser, 12,1 PS, Steyr, W = 50,3, 4:19, 83 km/h
2. Heusser, 5,2 PS, Wanderer, 850 kg, W = 50,57, 4:37, 78 km/h
4. Slevogt, 3,97 PS, Apollo, 874 kg, W = 53,33, 5:22, 67 km/h
Nach Gabelbach-Formel annähernd gleiches Resultat wie Heusser.
Verbesserungen:
  1. Rizinusoel nicht verwenden
  2. Mischung Reinbenzol - Gasolin 2:1
  3. Windschnittige Kotflügel, niedrige Scheibe, niedrige Kissen, Decke über Hintersitzen
  4. kein Nietengleitschutz, sondern Gummigleitschutz
  5. 2-Sitzer besser, Verhältnis G/W muß bei der Formel W = t / 3.wurzel(G / PS) möglichst groß sein.
  6. außenliegender Auspuff
Für nächstes Jahr 10/60 oder 12/60 Sechszylinder als neue Type aber ohne besondere ??? als Sporttype






==== Sachsenfahrt ====

Sachsenfahrt
sachsenfahrt
sachsenfahrt
sachsenfahrt
in epischer Länge: der Bericht von Reinhard Koehlich über die Sachsenfahrt in "Der Motorfahrer" vom 28.Juni 1923

Sachsenfahrt
Die Ergebnisse derSachsenfahrt in "Der Motorfahrer" vom 14.Juni 1923

Sachsenfahrt
Nur der Fahrer Seidenbusch nimmt an der Sachsenfahrt teil. Das Training zur Fahrt notiert Slevogt aber recht genau:

Berg 4km wie Jenaer Str. in 4:35, 52 km/h Durchschnitt.
Alle 15 sek (protokolliert), geht mit II. bis 58 km/h bei 3150/min.
58, 60 III., 55, 53, 54, 54½, 54½, 52, 55, 40 (Kurve), 52, 50, 53, 59 III., 61, 60, 60
Flachstrecke 4000 m
stehender Start 3:30 68 km/h
Zündung
760 * 100 Peter Union Reifen, 10/48 Hinterachse (bei II. 1,77),
III. 27,8 bis 87 km/h bei 3150/min
 II. 15,8 bis 49,5 km/h bei 3150/min
Eine Übersetzung 11/48 notwendig.
Mit Übersetzung 10/48 und 710" Reifen G = 700 kg Jenaer Str. 2:10 Wg = 9,85, Rüd. und Oberroßla Wr = 3,4






==== Verbrauchsprüfung am Schleizer Dreieck ====

Zum 10.Juni 1923 findet unter der Organisation von Karl Slevogt die erste Fahrt am Schleizer Dreieck statt, ausgeschrieben als Verbrauchs-Prüfungsfahrt. Jeder Teilnehmer mußte mit 5 Liter Benzin auskommen.

Schleiz
Ausschreibung zur Verbrauchprüfungsfahrt am Schleizer Dreieck, "Der Motorfahrer" vom 5.Mai 1923

Schleiz
Bericht und Ergebnisse der Verbrauchprüfungsfahrt am Schleizer Dreieck, "Der Motorfahrer" vom 28.Juni 1923

Schleiz
Schleiz
Notizen und Tabellen von Karl Slevogt zur ersten Fahrt am Schleizer Dreieck:

"Training 2.Juni 1923: 10/40 4-Sitzer G = 1230 + 150 = 1380
Jenaer Str. III. 1:44 85,8 km/h n = 3650
IV. 1:40 89 km/h n = 2610 (beste Zeit bis 2.Juni 1923)
W = 101 / 11,8 = 85 (11,8 = Wurzel[1380/992])
Rödigsdorf hin und zurück 33 Sek. = 109 km/h
W = 33 / 11,8 = 27,8
Apollos alle Kühler stark abgedeckt.
10/40 4-Sitzer Sport (Seidenbusch) 30er Solex, 22er Trichter, 95/40
4/14 Böhme 30er Solex, 18er Trichter, 80/40
10/40 Fischer 30er Solex, 20er Trichter, 90/40

wien
Bericht und Ergebnisse der Verbrauchprüfungsfahrt am Schleizer Dreieck aus dem "Wiener Sporttagblatt" vom 14.6.1923

Schleiz
Laudatio für Karl Slevogt als Entdecker des Schleizer Dreieck-Rennens aus dem Archiv der Fam. Slevogt






==== Solitude Bergrennen bei Stuttgart ====

Am 17.Juni 1923 starteten Slevogt (Apollo 4/14) und Seidenbusch (Apollo 10/40) beim Solitude-Bergrennen bei Stuttgart und erzielen einen Doppelsieg. Der Motorfahrer berichtet: "Direktor Slevogt errang außerdem den Hauptpreis der Tages: in einem Feld von weit über 100 Konkurrenten auf Tourenwagen aller Stärkeklassen wurde er Wertungs-Gesamtbester"
slevogt
Karl Slevogt auf Apollo 4/14 mit den hochliegenden Treppen-Kotflügeln, aus dem Archiv der Fam. Slevogt
solitude
Links Seidenbusch auf Apollo 10/40, rechts Karl Slevogt auf Apollo 4/14 beim Bergrennen auf der Solitude bei Stuttgart, aus dem Archiv der Fa. Slevogt
solitude
Apollo-Werbung mit den Siegen beim Solitude-Bergrennen
Solitude
Bericht über die Apollo-Siege beim Solitude-Bergrennen aus "der Motorfahrer" vom 19.Juli 1923
Solitude
Bericht über das Solitude-Bergrennen aus der "Allgemeine Automobil Zeitung" vom 15.Juli 1923. (Das Bild zum Zoomen anklicken)

solitude
Die Anmerkungen von Karl Slevogt in seinem Renntagebuch - da erübrigen sich wohl alle Kommentare.






==== Gabelbach Bergrennen bei Ilmenau ====

Das Gabelbach-Bergrennen findet am 5.August in Ilmenau statt. Schon am Samstag vor dem Rennen konnte Karl Slevogt anhand der Trainingszeiten und Wertungsfaktoren das Ergebnis des Rennes recht präzise vorausberechnen, wie sein Tagebuch belegt. Slevogt selbst hatte im Training einen Pleuellagerschaden und konnte Übersetzung und Vergaser nicht optimal einstellen - gewonnen hat er trotzdem: "Direktor Slevogts zierlicher Apollo holte sich den Sieg im Gesamtklassement, neuen Ruhm an seine Fahnen heftend. Er gewann damit den Wanderpreis der Stadt Ilmenau sowie den Rabbe-Wanderpreis". Der Journalist Richard Köhlich schreibt: "Slevogt hatte den Sieg seines kleinen Motors über die gewaltigen Steyr-Maschinen auf eine geniale Grundlage gestellt. Vor der Wahl, eine beinahe unmögliche Zeit mit dem kleinen Wägelchen zu fahren oder ... aus der Schwäche der Maschine und einem großen Gewichte das Menschenmögliche zu machen, entschied er sich für die zweite Version" (kleinerer Motor, höheres Gewicht, dadurch besserer Wertungsfaktor). "Slevogt fuhr das Rennen im glänzenden Stile seiner Jugend, der sogar noch verbessert schien durch die Ruhe des gereiften Rennmeisters und des kühl berechnenden Konstrukteurs"

Ausschreibung Becherfahrt
Sport-Programm ADAC Gau Thüringen 1923 aus dem "Motorfahrer"
 
Ausschreibung Gabelbach
Ausschreibung zum Gabelbach-Rennen 1923 aus dem "Motorfahrer"
 
Bericht Gabelbach
Bericht über das Gabelbach-Rennen 1923 aus dem "Motorfahrer"
 
Bericht Gabelbach
Bericht über das Gabelbach-Rennen 1923 aus dem "Motorfahrer"
 
Bericht Gabelbach
Bericht über das Gabelbach-Rennen 1923 in der "Automobil Revue"
 
Gabelbach
Gabelbach
Aus dem Renn-Tagebuch von Karl Slevogt:
Wir können den Tagebuch-Notizen entnehmen, wie Karl Slevogt die Probleme mit ungenügender Schmierung der mittleren Pleuellager löst, wie er auf der Suche nach der idealen Getriebeübersetzung vorgeht, wie er den Leistungsverlust durch Vergaser ohne Höhen-Kompensation bekämpft, welche das Gemisch abmagern. Geschickt nutzt er die Handicap-Formel zu seinem Vorteil.
 
Wien
Bericht und Ergebnisse des Gabelbach-Bergrennens aus dem "Wiener Sporttagblatt" vom 10.8.1923






==== Würgauer Bergrennen bei Bamberg ====

Am 25.August beteiligte sich Karl Slevogt an der Würgauer Bergprüfungsfahrt des ADAC Nordbayern. Der Motorfahrer schreibt: "Den schönsten Sport des Tages und die beste Zeit aller Fahrer bot Herr Direktor K. Slevogt auf seinem 3.97-PS-Apollo, den er mit gewohnter Meisterschaft innerhalb von 195 Sekunden über die 4,1 km lange Strecke steuerte"

Würgau
Würgau
Bericht über das Würgauer Bergrennen (bei Bamberg) aus "DerMotorfahrer" vom 2.August 1923

Würgau
Aus dem Renntagebuch von Karl Slevogt:

1. Slevogt Apollo 4(/16 3 min 15 - Rekord, G = 680 kg
4. Heins Apollo 10 Sport 4-Sitzer 3 min 54
Zeiten stimmen mit den gestoppten nicht ganz überein, die gestoppten sind größer
Trainingszeiten: 3:43 mit Spareinstellung, 3:45 mit großem ??, ein Zylinder läßt aus, 3:41 mit neuen Kerzen






==== Kleinwagen-Rennen auf der AVUS in Berlin ====

Auch an den Kleinwagen-Rennen auf der neuen AVUS-Rennstrecke in Berlin beteiligte sich Karl Slevogt. Hier brachte ihn ein kurioser Defekt um den nahezu sicheren Sieg: der Fahrersitz brach unter ihm zusammen. Aber auch das hielt ihn nicht davon ab, den 2.Platz in seiner Klasse zu belegen.
An die Fliehkräfte in den überhöhten Kurven hatte Karl Slevogt einfach nicht gedacht.

Avus
Karl Slevogt auf Apollo 4/20 beim Kleinwagen-Rennen auf der neugebauten AVUS in Berlin 1923. Aus dem Archiv der Fam. Slevogt.

Avus
Bericht über das Kleinwagen-Rennen auf der Avus aus "Der Motorfahrer" Nr. 21.

Avus
Avus
Avus
Bericht über das AVUS-Rennen aus der "Allgemeinen Automobil Zeitung" von November 1923. (Bilder zum Zoomen anklicken)

Avus
Avus
Aus dem Renntagebuch von Karl Slevogt:

Ungenügendes Training, weil mittl. Pleuel nichts halten, anscheinend Zuführnute im vorderen u. hinteren Lager nicht breit u. tief genug.
richtiger Reifendruck laut Continental 4,2 atm (bei kühlem Wetter) 710*90
Hauptmängel des Wagens:
  1. Veroelen der Kerzen
  2. Gefahr des Azslaufens der Pleuel
  3. Räder spuren nicht, Vorder- u. Hinterräder nicht parallel
  4. Lenkverbindungsstange schlägt auf Rahmen auf, (Skizze Achsschenkel) im Rahmen lose
Rennen:
  1. Sperre der Handbremse abgerissen
  2. Sitzrahmen gebrochen
  3. Nach Südkurve immer nur 3 Cyl.
  4. Bock an Steuersäule für Vergasergestänge wegen ungesicherter Mutter herabgesprungen
Im Rennen mußte ich 3 Wagen überholen, ein Wagen hat mich in der Geraden vor der letzten Kurve wesentlich behindert, vor nächstem Start sich versichern, dß dies nicht mehr eintritt.
Beim Training zeigt sich, daß die 3-polige Reichsfahrtkerze Bosch glüht und nicht genügt. 2-polige Rennkerze geht. Übersetzung war 10/48 mit 26" Rädern, es dürfte 11/48 vielleicht vorzuziehen sein.

GTUE
im der Zeitschrift "Der Motorwagen" Nr. 14, 1923 werden die Teilnehmer-Fahrzeuge vorgestellt. Leider habe ich keinen Zugang zu der Publikation.






==== Die ADAC-Reichsfahrt ====

Reichsfahrt
die ADAC-Reichsfahrt in "Der Motorfahrer" vom 2.August 1923






==== Chemnitzer Radrennbahn, Busum ====

cjemnitz
Karl Slevogt im Renntagebuch über das Rennen auf der Chemnitzer Radrennbahn.

Chemnitzer Radrennbahn
Normaler 4/14 mit Lesitungsmotor, auch für Sachsenfahrt
Training: Seidenb. u. Slev.
2,5 km Jenaer Str.  II. 2:40 56 km/h 3040 /min
2,5 km Jenaer Str. III. 2:13 68 km/h 2070 /min
Rüdigersdorf 44 81 km/h 2470 /min
Oberroßla 37,4 95 km/h 2920 /min
G = 543 + 147 = 690
Wg = 133 / Wurzel(690) = 10,3
Wr = 41,5 / Wurzel(690) = 3,16
Wagen Solitude Jenaer Str. 2:07 mit II., Wg = 9,36, Wr = 2,7

Rennen Chemnitz: S. an der Spitze vor EGO und fährt maximal 20 Runden 87 hm/h dann springt Reifen ab. Differential erforderlich, größerer Sturz, Vorderfeder Festmachung verstärken.


Busum
Aus dem Renntagebuch von Karl Slevogt - Rennen in Burum / NL.

Bessere Verstauung des Werkzeuges
1 km stehender Start: Slevogt 48, Amilcar 53
1 km fliegender Start: Slevogt 38, Amilcar 40
Summe Slevogt 86, Amilcar 94
Keine besondere Leistung, Reichsfahrtkerze anscheinend schuld, außerdem fahren alle Wagen schlechte Zeiten.
Motor ließ sich sehr schlecht ankurbeln
Reifen müssen in Holland schwach aufgepumpt sein






==== Laudatio ====

Motorwagen
eine Laudatio an Karl Slevogt enthält obiger Artikel aus "Der Motorwagen" vom 31. Juli 1923.


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