Karl Slevogt
Apollo 1910
Apollo-Logo Apollo


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Letzte Bearbeitung am 22.11.2018



Ab 19. April 1910 war Karl Slevogt in dem Werl "Ruppe & Sohn AG" als technischer Direktor tätig.
Karl Slevogt beginnt sofort mit der Konstruktion einer neuen Fahrzeug-Baureihe mit wassergekühlten Vierzylinder-Motoren.
Der neue Apollo ist eine typische Slevogt-Konstruktion, der erste Motor ähnelt dem Puch-Motor ungemein, hat aber nur 1,6 Liter Hubraum und wird zum späteren Apollo-B. Bilder vom Motor gibt es erst 1911, aber man kann davon ausgehen, daß die Motoren 1910 genau so aussahen.
Schon im Herbst 1910 testet Karl Slevogt den ersten neuen Apollo bei den Rennen in Ostende-Wenduyne und stellt dabei einen neuen Rekord für Fahrzeuge bis 1,5l Hubraum auf. Die zeitgenössische Presse kann weder mit dem "Ruppe-Wagen" noch mit Slevogt viel anfangen - und dieser "Nobody" fährt alles in Grund und Boden, er ist schneller als die beiden höheren Fahrzeugklassen - die Presse hält sich zurück.

Den Winter 1910/1911 wird Slevogt nutzen, um eine ganze Apollo-Modellreihe zu entwickeln und auch sie Sportversionen des Apollo-B und -F auf die Räder zu stellen. Diese Fahrzeuge werden das Renngeschehen in den kleinen Hubraumklassen auf Jahre dominieren.

Bis 1912 werden parallel weiterhin luftgekühlte Fahrzeuge gefertigt und vertrieben, die allerdings nicht mehr "Piccolo", sondern "Apollo" heißen.
Messe


Apollo
Das Bild oben zeigt Direktor Berthold Ruppe Auf Apollo Typ E (Luftgekühlt) vor Karl Slevogt auf Apollo Typ C, soeben siegreich aus Ostende zurückgekehrt.
Die gefahrene Zeit (20 km mit Wende und stehendem Start) entspricht einem Schnitt von 81,6 km/h auf unbefestigten Straßen, wohlbemerkt.

Slevogt schreibt: "Wir waren Neulinge unter Dutzenden von hochklassigen deutschen Firmen, die zum Teil Weltruf besaßen. Aber mit dem Selbstvertrauen, das unsere in aller Stille geleistete Vorarbeit uns gab, schichten wir gleich unseren allerersten fertigen und ausprobierten Wagen ... zu dem Rennen in Ostende, wo sich alljährlich die Elite der internationalen Automobilkonkurrenz zusammenfindet. Und dieses Debüt war ein wiederholter und derart überlegener Sieg über viel stärkere Wagen, daß mit einem Schlage die Presse und die Sportwelt beider Hemisphären den Namen "Apollo" zu den Namen der Veteranen des Rennsports hinzulernten."

Abfahrt
Der erste fertige neue Apollo-Wagen vor dem Apollo-Werk bei der Abfahrt zum Rennen nach Ostende. (Ja - damals wurden die Rennwagen "auf Achse" zur Rennstrecke gebracht).
ostende
ostende
ostende
Oben drei Berichte über das Automobil-Wochenende in Ostende 1910 aus dem Archiv der Fam. Slevogt. Man beachte, daß die "Motor-Journalisten" noch nicht zwischen wasser- und luftgekühlten Fahrzeugen der Fa. Ruppe & Sohn AG unterscheiden können und alles in einen Topf werfen.
 
Ostende
piccolo

Etwas Lokalkolorit aus dem Jena von 1910, an das sich anscheinend niemand mehr erinnern kann, nicht mal die "Fuchsturm-Gesellschaft" Jena:
die Fuchsturm-Erstbefahrung wirft ein Schlaglicht auf die Wesensart von Karl Slevogt. Man kann den Original-Bericht des Fotografen "Richard Koehlich" in "Der Motorfahrer" vom 27.Januar 1911, Seite 82-83 oder Unten nachlesen.
Als es den Wanderern (Direktor Voigt, Karl Slevogt und dem Berichterstatter) auf dem Weg zum Fuchsturm am 20.Oktober 1910 warm wurde, schlug sich Slevogt an den Kopf: "ja, warum haben wir denn unseren Wagen unten gelassen?" und schon eilt er, um den Weg zum Fuchsturm mit dem Apollo 6/16 PS anzugehen. Bei der Steigung von 35-38% auf einem Knüppeldamm waren Slevogt und der Apollo zum Teil auf die "Schiebehilfe" der Burschenschaft "Cheruscia" angewiesen, welche gerade in der "Wilhelmshöhe" kegelte. Aber das Schlußfoto zeigt den grinsenden Slevogt mit dem 6-HP-Apollo und Besatzung vor dem Fuchsturm.

Das Restaurant Wilhelmshöhe, den Fuchsturm und die zugehörige Gaststätte gibt es bis heute, die Burschenschaft "Cheruscia" ist in der Burschenschaft Germania Bonn aufgegangen, Karl Slevogt und Apollo wurden vergessen ..
Es wäre schon angebracht,würde sich die Fuchsturm-Gesellschaft etwas mehr um die Aufarbeitung der Fuchsturm-Geschichte bemühen.

Auf dem Fuchsturm bei Jena
Auf dem Fuchsturm bei Jena


Fuchsturm
Die Befahrung des Fuchsturms bei Jena mit dem Apollo im Herbst 1910 wird von Karl Slevogt mit Werbe-Postkarten genutzt. Der Text auf der Karte wurde von Karl Slevogt selbst geschrieben.

Am 4. Oktober 1903 - ein Sonntag - erscheint unter der Schriftleitung des Herrn Richard Koehlich die erste Ausgabe von "Das Motorrad". Richard Koehlich, ein Motor-Journalist der ersten Stunde, schreibt für fast alle Zeitschriften, die sich mit Kraftfahrzeugen oder Motorsport befassen. Sie werden noch viele Artikel von Richard Koehlich in der Slevogt-Historie finden.
Er schreibt am 14. Oktober 1910 in "Der Motorfahrer", der Zeitschrift des ADAC, einen (eher umfangreichen) Beitrag zum Thema "zur Physologie und Physiologie der Automobilunfälle" und bringt hier auch ein Interview mit dem neuen Apollo-Direktor Slevogt. Diesen Teil möchte ich nicht vorenthalten ... .

Motorfahrer
Apollo 1910

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